Archiv der Kategorie: Gemeindegestaltung

Arbeit von Bürgermeister und Gemeindeverwaltung

Bericht von der Gemeinderatssitzung 20.4.2021

Die 13. Sitzung des Zollinger Gemeinderates fand statt am 20.4.2021. Da der Gemeinderat coronabedingt im Bürgerhaus tagt, hatten vor Beginn der Sitzung alle Gemeinderäte und Besucher die Möglichkeit, das im gleichen befindliche Testzentrum zu nutzen und sich testen zu lassen.

Nach der Bestätigung der Protokolle der beiden letzten Gemeinderatssitzung gab Bürgermeister Priller seinen Bericht. Dabei führt er unter anderen aus:

  • Die Klärschlammtrockungsanlage am Kraftwerk Anglberg hat ihren Probebetrieb aufgenommen und testet gezielt verschiedene Betriebsmodi. Derzeit läuft die Anlage störungsfrei und so ist zu erwarten, dass die Anlage bald in den Regelbetrieb überführt werden wird.
  • Das Corona-Schnelltest-Zentrum https://schnelltestzentrum-zolling.de/ hat derzeit rund 18 Stunden pro Woche geöffnet. Dank der Unterstützung freiwilliger Helfer*innen können nunmehr sogar rund 5 Personen je Viertelstunde getestet werden. Damit können rund 500 Tests je Woche angeboten werden. Derzeit gibt es Überlegungen das Testzentrum zu einem Impfzentrum auszubauen. Staatsminister Dr. Florian Herrmann hat seinen Besuch im Testzentrum für Mitte Mai angekündigt.

Im öffentlichen Teil der Sitzung wurden desweiteren behandelt:

Zunächst stellte Frau Glatt die Ergebnisse ihrer Masterarbeit zum Thema ‘Bauen auf dem Land’ vor. Sie führt aus, dass die typische Bebauung an den Ortsrändern mit Einfamilienhäusern weder ökonomisch noch ökologisch nachhaltig ist. Eine solche Bebauung entspricht den Vorstellungen einer autogerechten Stadt und kommt dem Bedürfnis nach Individualität entgegen, schafft jedoch keine Atmosphäre zum Wohlfühlen. Dörfliche Strukturen hingegen zeichnen sich aus durch variable Dichte der Bebauung, Wechsel in Höhe und Breite, keine rechtwinklige Ausrichtung verschieden genutzter Gebäude zueinander und Strukturierung durch Schwellen und Wege. Zwar sind alle Häuser gegendtypisch gebaut, gleichzeitig hat jedes seinen individuellen Charakter. Autos sind Gäste im Fußgängerbereich. Höfe sind gemeinschaftlich genutzte Erfahrungsräume. Erreicht werden kann eine solche einladende und verbindende dörflich Struktur unter anderem durch folgenden Maßnahmen: Spiel mit Weite und Enge; Zulassung engerer Bauweise z.B. zu den Seiten hin; Integration von nicht-störenden Gewerbe; Abhebung der Priorität des Autoverkehrs – Straßen den Menschen (zurück)geben; Schaffung von Wohnraum durch die Gemeinde; Gestaltungsleitfaden entwickeln für Garagen und Schuppen oder Einfriedungen und Zäunen als form- und strukturgebende Elemente in einem Gesamtkonzept.

Im Anschluss stellten Herr Fahnberg und Frau Richter die Beratungsfirma INGEVOST (Ingenieurbüro für Verkehrsuntersuchungen im Orts- und Stadtbereich https://ingevost.de) vor. Der Fokus und die Expertise von INGEVOST liegen in der städtebaulich integrierten Verkehrsplanung. Ein erstes Projekt soll die Entwicklung der Heilmeierstraße hinsichtlich Schulwegsicherheit sein – unter Berücksichtigung der legitimen Bedürfnisse der Anwohner. Angeregt wurde die Einrichtung eines begleitenden Arbeitskreises. Eine breite und vielgestaltige Bürgerbeteiligung hat sich auch bei den exemplarisch vorgestellten Projekten in Burghausen, Gräfelfing, Langquaid, Ebergberg und dem Würmtal bewährt.

Nach der Behandlung verschiedener Bauanträge wurde über die Möglichkeit von hybriden Gemeinderatssitzung (sprich der Ton-Bild-Übertragung) abschlägig entschieden.

Ebenfalls abgelehnt wurde der Antrag von Anwohnern das ‘Kirchwegerl’ zwischen Rotnpeck- und Roiderstraße einzuziehen. Die Widmung zum Eigentümerweg wurde im Juni 1988 ‘unwiderruflich’ vollzogen. Der Weg hat seither seine Bedeutung im gemeindlichen Fußwegesystem, die auch weiterhin als nicht überflüssig festgestellt wurde.

Unter Punkt Verschiedenes wurde neben einer Verkehrssicherungsmaßnahme am Wendehammer Pfarranger unter anderem angeregt, das Ostufer des Anglberger Weihers zu entschlammen. Der Zustand des Sees wird in den kommenden Tagen im Rahmen einer Betauchung festgestellt, so Bürgermeister Priller.

Manuela Flohr hat desweiteren auf das 1000-jährige Gründungsjubiläum von Thann im Jahr 2024 hingewiesen.

(Stephan Griebel)

Bericht von der Gemeinderatssitzung 16.3.2021

In seiner Sitzung vom 16.3.2021 hat der Gemeinderat Zolling unter Leitung von Bürgermeister Helmut Priller etliche große Themen besprochen und entschieden. Die Zeitungen werden in den kommenden Tagen berichten. Hier vorab meine Notizen als Besucher des öffentlichen Teils der Sitzung in der Reihenfolge der Tagesordnung:

Die ILE Kulturraum Ampertal fördert aus dem Regionalbudget die Einrichtung der Online-Ausleihe der Bücherei und auch die Anschaffung eines mobilen Bücherschrankes. Ideen rund um diesen wurden unter anderem auch in der AG Freizeit & Lebensqualität diskutiert und schließlich von der Kulturreferentin Manuela Flohr vorgestellt und die Geldmittel beantragt.

Der Funkmast in Oberappersdorf, der das Funkloch für mobiles Breitbandnetz hätte schließen sollen, kann wegen Einspruchs der Bundeswehr nicht gebaut werden. Der geplante Standort liegt in einem Tieffluggebiet für Hubschrauber. Es muss ein neuer Standort gesucht werden.

Für den 30.3. wird eine Sondersitzung des Gemeinderates anberaumt. Themen sind unter anderem der geplante Dirtpark und Pumptrack. Der Geschäftsführer der Planungsfirma ist eingeladen, die Planungen im Detail vorzustellen und Fragen der Gemeinderäte zu beantworten. Diese ergeben sich z.B. aus dem veränderten Haushaltsansatzes. Für 2021 hat sich diese von 100.000 EUR auf 250.000 EUR erhöht, in gleichem Maße für 2022 verringert. In der gleichen Sitzung sollen die Ergebnisse einer demographischen Untersuchung vorgestellt werden, insbesondere im Hinblick auf den Bedarf nach Kinderbetreuungseinrichtungen in den Ortsteilen.

Wichtigstes Thema des Abend war sicherlich die Verabschiedung des Haushalts 2021. Karl Toth hat die Aufnahme von uns wichtigen Punkte lobend hervorgehoben wie z.B. Umkleide am Anglberger Weiher und die Planungskosten für die Unterführung der St 2054 zwischen Zolling und Flitzing. Er hat angeregt nochmals mit dem staatlichen Straßenbauamt ins Gespräch zu gehen, damit dieses davon absieht, den geplanten Radweg entlang der B 301 zu realisieren. Unter anderen auch aus dem Gesichtspunkt heraus, dass diese Baumaßnahme die Gemeinde 250.000 EUR für die Verlegung einer Wasserleitung kosten würde. Desweiteren hat Karl Toth einen vorausschauenden Hochwasserschutz angemahnt.

Der Gemeinderat hat als nächstes besprochen, die Firma Kubus mit dem zentralen Einkauf des Stroms für die Gemeinde für die Jahre 2023 bis 2025 zu beauftragen und sich für die Option “100% Ökostrom ohne Neuanlagenquote” entschieden. 

Desweiteren wurde entschieden die Matthias-Mayr-Straße zwischen B 301 und Oberzolling von einer Gemeindeverbindungsstraße zu einer Ortsstraße abzustufen. Dies ist der erste Schritt in Richtung Verkehrsberuhigung.

Auf Anfrage und Anregung der Sportvereine SVA Palzing und SpVgg Zolling haben die Gemeinderäte entschieden den Zuschuss für die Pflege der Grünflächen von 0,20 auf 0,30 EUR pro Quadratmeter zu erhöhen und auch die Förderung der Jugendarbeit von 13,46 EUR (= 30 DM) auf 30 EUR je jugendliches Mitglied zu erhöhen. Die Jugendförderung kommt in gleichen Maße auch allen anderen Vereine mit Jugendarbeit zu Gute. Beide Maßnahme wurden ausdrücklich als Anerkennung der Arbeit der Ehrenamtlichen und der Förderung der Jugendarbeit begrüßt.

Im öffentlichen Teil stand zu guter Letzt die Frage nach der Beförderung der Kindergartenkinder an. Die eingeholten Angebote deuten darauf hin, dass auf die Eltern Kosten von etwa 10 EUR je Kind und Tag zukommen, insofern sich keine andere Lösung findet.

(Stephan Griebel)

Zolling steigt in sozialen Wohnungsbau ein

“Wir wollen den sozial geförderten Wohnungsbau voranbringen und machen uns jetzt selbst auf den Weg” – so zitiert die SZ im Interview Bürgermeister Helmut Priller (UBZ). Der Bederf an bezahlbaren Wohnraum in Zolling ist unbestitten vorhanden. Dank aktuell niedriger Zinsen und erwartbarer Förderung ist der Zeitpunkt günstig.

Weitere Schwerpunkte für 2021 und die kommenden Jahre sind unter anderem:

  • Ertüchtigung des Kanalnetzes und Ausbau der Kläranlage
  • Erhebung des Bedarfs an Kinderbetreuungsmöglichkeiten inbesondere in den Gemeindeteilen Palzing und Oberappersdorf
  • Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur beginnend mit den Schulwegen und Radlwegen
  • Dauerhaftes Aufgreifen von Ideen aus der Bürgerschaft

Hier geht’s zum vollständigen Bericht der SZ vom 7.1.2021.

1. Januar 1971: Anglberg, Flitzing und Thann werden eingemeindet

Am 1. Januar 1971 war es soweit: Die seit dem Gemeindeedikt von 1818 selbständige Gemeinde Anglberg wurde im Zuge der Gemeindegebietsreform Teil Zollings. Angeregt wurde dieser Schritt vom Landratsamt Freising bereits im Februar 1968 mit dem Ziel, die Angliederung noch vor der Kommunalwahl im Juni 1972 abzuschließen. Auf diese Weise sollte sichergestellt werden, dass Bürgermeister und Gemeinderäte bereits für das gesamte neue Gemeindegebiet gewählt werden können.

Hintergrund der Gemeindegebietsreform war eine Stärkung der Selbstverwaltung der Gemeinden durch Übertragung von Aufgaben, die vorher z.B. bei den Landratsämtern lagen. Dies konnte nur durch die Schaffung größerer, wirtschaftlich und administrativ leistungsfähiger (= personell und technisch gut ausgestatteter) Verwaltungseinheiten geschehen.

Erleichtert wurde der Schritt dadurch, dass Anglberg und Zolling bereits wirtschaftlich und kulturell verbunden waren. So war Anglberg Teil des Zollinger Schulsprengels, gehörte zur katholischen Pfarrei Zolling und teilweise wurden bereits Verwaltungsangelegenheiten wie das Standesamt von Zolling aus mitversorgt.

Nachdem die Zollinger und Anglberger Gemeinderäte dem Vorschlag des Landratsamtes zugestimmt haben, hat in geheimer Abstimmung auch die Mehrheit der rund 250 Anglberger Einwohner für die Angliederung gestimmt. Die Eingemeindung wurde schließlich zum 1. Januar 1971 wirksam. Seitdem sind Anglberg, Flitzing und Thann integraler Bestandteil des Gemeinde Zolling.

Quelle: Josef Brückl, Adolf Widmann: Zolling, eine Gemeinde im Ampertal, Zolling 1994