Die Straße war ihr Schicksal – Ein neues Kapitel

Chaussée von Freising über Mainburg nach Abensperg - historischer, kolorierter Stich, Bild: Stephan Griebel

Chaussée von Freising über Mainburg nach Abensperg – historischer, kolorierter Stich, Bild: Stephan Griebel

Nun ist es also soweit. Nach rund 20 Jahren Vorbereitung, Planung und Bau wird morgen die Nordostumfahrung der B 301 für den Verkehr freigegeben. Viele haben die letzten Wochen genutzt und die neue Trasse mit dem Fahrrad erkundet. Mit teils erheblichen Geländeeinschnitten schlängelt sich die Fahrbahn vom Kreisel in Erlau bis zur Anschlußstelle bei Marzling, wo die B 301 zukünftig in die Trasse der ehemaligen B 11, heute St 2350 mündet. Zolling wird damit kreuzungsfrei an die Autobahn A 92 Anschlußstelle Freising-Ost angeschlossen. Ein Meilenstein in der Entwicklung der ‘Chaussée von Freising über Mainburg nach Abensperg’.

Auf alle Fälle steht zu erwarten, dass der Verkehr auf der B 301 zunimmt. Neben den Pendlern aus der Hallertau ist es gut möglich, dass die Strecke als Abkürzung  oder Umgehung für den Fernverkehr entdeckt wird, nicht zuletzt weil auch Au zwischenzeitlich eine Umgehung hat. Im schlechtesten Fall wird die neue Verbindung zu einem Beispiel des Braess-Paradoxons, bei dem die Schaffung neuer Verkehrskapazität paradoxerweise zu einer Verschlechterung des Gesamtsystems führt. Wir wollen dies nicht hoffen.

Als nachgelagerter Effekt ist auch ein verstärkter Siedlungsdruck denkbar – raus aus der Stadt, rein ins Land. Eine schnelle Verkehrsanbindung macht es attraktiv in Zolling ebenso wie in der weiteren Hallertau zu wohnen. Dies kann zu einer weiteren Verknappung von Bauland und Wohnraum und dementsprechend zu weiteren Preissteigerungen führen. Zudem führt dies zu einer erhöhten Nachfrage an kommunaler Infrastruktur wie Kindergärten, Schulen usw.

Unmittelbar wird der Verkehr an Zolling vorbei mehr werden. Dies wird es schwieriger machen, vom Eichenhof, von der Matthias-Mayr-Straße und Freisinger Straße, an der Rewe-Kreuzung und in Flitzing auf die B 301 zu fahren. Welche Konsequenzen dies für den innerörtlichen Verkehr hat, bleibt abzuwarten.

Vom Mehr-Verkehr werden insbesondere die direkten Anrainer betroffen sein. Glücklicherweise wurde bei der letzten Straßensanierung vor einigen Jahren Flüsterasphalt aufgetragen. Auch wurden seinerzeit auf Anregung der UBZ die Ortseingangsschilder weiter nach außen versetzt, um eine Geschwindigkeitsverminderung und damit Lärmsenkung zu erreichen.

Josef Brückl jedenfalls könnte, so er noch lebte, sein Buch „Die Straße war ihr Schicksal“ um ein weiteres interessantes Kapitel erweitern. Welche unerwarteten Entwicklungen sich wohl ergeben werden?

Seitens der UBZ werden wir die weitere Entwicklung sehr genau beobachten.  Ziele zur Verkehrsentwicklung haben wir unter anderem in unserem Programm für 2020 – 2026 formuliert. Zudem haben wir eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die sich um die weitere Verkehrsplanung und Mobilitätskonzepte kümmert.  Wenn Sie mehr wissen oder selbst mitwirken wollen, fühlen Sie hierzu herzlich eingeladen.

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